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Betriebsviskosität, Kaltstart und Pumpenauswahl

Drehkolbenpumpenauswahl nach Viskosität

Prüfen Sie die Viskosität bei Betriebs- und Kaltstarttemperatur gemeinsam. Diese Werte helfen, Förderstrom, Rotordrehzahl, Sauganforderungen, Anfahrdrehmoment und Dichtungsausführung festzulegen.

1. Viskosität, Schlupf & Förderstrom

Drehkolbenpumpen halten Laufspalte zwischen Rotoren und Gehäuse ein. Der Differenzdruck treibt Flüssigkeit von der Austrittsseite durch diese Spalte zurück zum Eintritt. Diese interne Leckage heißt volumetrischer Schlupf.

Bei vergleichbarer Drehzahl, Differenzdruck und Spaltmaßen mindert höhere Viskosität in der Regel den Schlupf. Das kann den volumetrischen Wirkungsgrad verbessern, wenn die Pumpenkammern vollständig gefüllt bleiben — dickeres Medium erhöht jedoch auch Eintrittsverluste und viskose Reibung.

Viskosität und interner Schlupf
  • Volumetrischer Wirkungsgrad
  • Interner Schlupf
Relatives Niveau ↑
Viskosität steigt →
Abbildung 1. Konzeptuelle Trends bei vergleichbarer Drehzahl, Differenzdruck und Spaltmaßen — keine Pumpenkennlinie.

2. Rotordrehzahl & Saugfüllung

Mit steigender Viskosität braucht die Flüssigkeit mehr Zeit, die Pumpenkammern zu füllen, und die Druckverluste in der Saugleitung steigen. Eine geringere Rotordrehzahl kann die Füllung unterstützen. Eine größere Pumpe mit niedrigerer Drehzahl kann einer kleineren, schneller laufenden vorzuziehen sein.

Unvollständige Füllung kann den Austrag mindern und Geräusch sowie Vibration erhöhen. Kavitation kann entstehen, wenn der lokale Eintrittsdruck unter den Dampfdruck der Flüssigkeit fällt — Eintrittsdruck, Temperatur, Rohrdurchmesser, Länge und Formstücke daher gemeinsam prüfen.

2. Rotordrehzahl & Saugfüllung
MedienviskositätRichtwert RotordrehzahlWas zu prüfen ist
1–500 cP300–500 rpmFörderstrom nach Schlupf beim erforderlichen Differenzdruck.
>500–3,000 cP250–350 rpmTatsächliche Viskosität bei Temperatur und verfügbarer Eintrittsdruck.
>3,000–10,000 cP150–250 rpmSaugleitungsverluste, Kammerfüllung und Laufdrehmoment.
>10,000–30,000 cP100–150 rpmAuslegung mit niedrigerer Drehzahl, Eintrittsrohrgröße und Kaltstartlast.
Above 30,000 cP50–100 rpm or lowerBetriebsfallspezifische Prüfung bei niedriger Drehzahl, einschließlich Eintrittsführung und Anfahrdrehmoment.

1–500 cP

Richtwert Rotordrehzahl
300–500 rpm
Was zu prüfen ist
Förderstrom nach Schlupf beim erforderlichen Differenzdruck.

>500–3,000 cP

Richtwert Rotordrehzahl
250–350 rpm
Was zu prüfen ist
Tatsächliche Viskosität bei Temperatur und verfügbarer Eintrittsdruck.

>3,000–10,000 cP

Richtwert Rotordrehzahl
150–250 rpm
Was zu prüfen ist
Saugleitungsverluste, Kammerfüllung und Laufdrehmoment.

>10,000–30,000 cP

Richtwert Rotordrehzahl
100–150 rpm
Was zu prüfen ist
Auslegung mit niedrigerer Drehzahl, Eintrittsrohrgröße und Kaltstartlast.

Above 30,000 cP

Richtwert Rotordrehzahl
50–100 rpm or lower
Was zu prüfen ist
Betriebsfallspezifische Prüfung bei niedriger Drehzahl, einschließlich Eintrittsführung und Anfahrdrehmoment.

3. Kaltstart-Drehmoment & Antriebsauslegung

Die Antriebsauslegung muss die Drucklast sowie die viskose Reibung abdecken. Anfahrbedingungen können anspruchsvoller sein als der Normalbetrieb: In Pumpe und Rohrleitung verbliebene Flüssigkeit kann abkühlen oder ihre Struktur während des Stillstands wieder aufbauen.

Die niedrigste erwartete Anfahrtemperatur und die zugehörige Viskosität verwenden, nicht nur den Warmlaufwert. Motor, Getriebe und Anfahrmethode als ein Antriebssystem prüfen.

Kaltstart gegenüber Betriebslast
  • Möglicher Anfahrpeak
  • Betriebslast
Drehmoment ↑
Zeit nach dem Start →
Abbildung 2. Nur illustrative Anfahrlasst. Peak und Dauer müssen für das tatsächliche Medium und System bewertet werden.

4. Nicht-Newtonsche Fluide & Scherungsverhalten

Bei nicht-Newtonschen Flüssigkeiten ändert sich die scheinbare Viskosität mit der Scherrate. Ein einzelner Viskositätswert ohne Prüftemperatur und Scherbedingungen kann das Medium in der Pumpe nicht abbilden.

  • Scherverdünnung: Die scheinbare Viskosität sinkt mit steigender Scherrate. Viele Lacke, Ketchup-Formulierungen und Polymerlösungen zeigen dieses Verhalten.
  • Scherverdickung: Die scheinbare Viskosität steigt mit steigender Scherrate. Manche konzentrierten Suspensionen verhalten sich so; die tatsächliche Formulierung bestätigen, statt nur nach Produktnamen zu klassifizieren.
Scheinviskosität unter Scherung
  • Scherverdünnend
  • Scherverdickend
  • Newtonsch
Scheinviskosität ↑
Scherrate steigt →
Abbildung 3. Qualitatives Verhalten bei fester Temperatur. Für die tatsächliche Formulierung Messdaten verwenden.

Die Rotordrehzahl beeinflusst die Scherung, ist aber kein direktes Maß der Scherrate. Kontaktfreie Rotoren können schonenden Transfer unterstützen, doch Spaltmaße, Differenzdruck und Rezirkulation zählen ebenfalls. Für scherempfindliche Produkte eine Fließkurve und etwaige Grenzen der Produktveränderung angeben; Fließgrenze oder Erholung nach Ruhe, falls relevant.

5. Gleitringdichtungen bei viskosen Betriebsfällen

Nicht-Patronen-Einfach-Gleitringdichtungen ermöglichen praktische Wartung von vorn. Bei viskosen Betriebsfällen ist entscheidend, wie sich die Flüssigkeit an den Dichtflächen im Betrieb, Stillstand und Wiederanlauf verhält — nicht die Viskosität allein.

Schmierende, stabile Flüssigkeiten

Geeignete Öle können die Schmierung der Dichtflächen unterstützen, wenn Werkstoffe und Betriebsbedingungen passen. Temperatur, Feststoffe und Wärmeabfuhr prüfen, bevor über externe Quench- oder Spülung entschieden wird.

Klebrige oder abbindende Flüssigkeiten

Manche Klebstoffe, Lacke und andere Formulierungen können Ablagerungen hinterlassen oder im Stillstand abbinden und so die Dichtungsbewegung behindern oder die Flächen verklemmen. Tatsächliches Abbindeverhalten, Reinigung bei Stillstand sowie Heiz-, Quench- oder Spülanforderungen prüfen.

Werkstoffe von Dichtflächen und Elastomeren, Isolationskammerflüssigkeit und etwaige Hilfsanordnungen an der gelieferten Konfiguration bestätigen. Hohe Viskosität belegt allein weder ausreichende Kühlung noch Trockenlauffähigkeit.

Nächster Schritt

Pumpe auf Betriebs- und Anfahrbedingungen abstimmen

Teilen Sie die Viskosität bei Betriebs- und Anfahrtemperatur sowie Förderstrom, Druck und Eintrittsführung mit. Wenn ein Wert unbekannt ist, teilen Sie mit, was Sie wissen.

Pumpenauslegung anfragen

Senden Sie Mediendaten, Temperaturbereich, Saugführung und Anfahrmethode für eine Modell- und Antriebsprüfung.

Pumpenauslegung anfragen →

Auslegungsdaten vorbereiten

Nutzen Sie den Auswahlleitfaden, um Förderstrom, Druck, Viskosität, Feststoffe und Einbaubedingungen zu ordnen.

Auswahlleitfaden öffnen →

Kaltöl-Anfahren vertiefen

Mehr zu kaltem Rohöl, Anfahrdrehmoment und den Fragen, die vor Festlegung einer Anfahrprozedur zu klären sind.

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