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Online-Wartungshandbuch

Wartung Drehkolbenpumpe

Einbau, Schmierung, Anfahrprüfungen und illustrierte Serviceverfahren am Hydraulikteil für YANESS-Drehkolbenpumpen.

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1. Überblick Aufbau Drehkolbenpumpe

Die Plattform nutzt einen modularen Aufbau: Getriebe, Synchronisationsgetriebe, Wellen, Gehäuse Hydraulikteil, Rotoren, Gleitringdichtungen, Isolierkammer und Frontdeckel-Zugang für Feldservice.

Aggregate können optionale integrierte Untersetzung für kompakte Drehzahlreduktion oder eine Direktwellenanordnung für projektspezifische Antriebe nutzen — die genaue Länge hängt weiterhin von Modell und Motor ab.

Explosionsdarstellung der YANESS-Drehkolbenpumpe mit Getriebe, Synchronisationsgetrieben, Wellen, Gehäuse Hydraulikteil, Rotoren, Gleitringdichtungen und Isolierkammer
Abbildung 1: Explosionslayout der YANESS-Drehkolbenpumpe — Getriebe, Synchronisationsgetriebe, Rotorwellen, Gehäuse Hydraulikteil, Rotoren, Gleitringdichtungen, Isolierkammer und Frontdeckel-Zugang.

2. Rohrleitung, Einbau & Wellenausrichtung

Das komplette Pumpenaggregat horizontal auf einer starren, verankerten Stahlgrundplatte montieren. Antrieb, Kupplung, Schutz und Pumpe vor dem Betrieb ausrichten.

Bei Aggregaten mit elastischer Kupplung koaxiale Ausrichtung von Pumpen- und Antriebswelle vor dem Anfahren prüfen. Kupplungsabweichung innerhalb 0.2 mm halten, sofern die Projektzeichnung keine engere Toleranz vorgibt.

Mindestens 600 mm x 600 mm um Front und Serviceseite für Deckelausbau, Rotorziehen, Buchsentausch und Dichtungsinspektion freilassen.

Selbstansaugen kann betriebsfallbezogen geprüft werden; hohe Saughöhe, heißes Medium oder Gaseintrag können dennoch Dampfblasenbildung oder Kavitation verursachen. Saugleitungen kurz, dicht und großzügig dimensioniert halten.

YANESS-Diagramm zu Kupplungs- und Wellenausrichtungstoleranz mit 0.2 mm koaxialer Abweichungsgrenze
Abbildung 2: Kupplungs- und Wellenausrichtungstoleranz vor dem Anfahren prüfen; Abweichung innerhalb 0.2 mm halten, sofern die Projektzeichnung nichts anderes vorgibt.

3. Ölwartung & sichere Schmierangaben

Die Schmierung ist zwischen Getriebekammer und Isolierkammer der Gleitringdichtung getrennt, um Kontaminationsrisiko zu mindern.

Ölstand vor Anfahrt und nach Service über Schaugläser prüfen. Verunreinigtes Öl aus Dichtungsleckage nicht mit Getriebeschmiermittel mischen.

YANESS-Schmierdiagramm der Drehkolbenpumpe mit Getriebeölkammer, Isolierkammer und Deckelkammer sowie Einfüll- und Ablasspunkten
Abbildung 3: Drei getrennte Schmierzonen — Synchronisationsgetriebekammer, Isolierkammer und Deckelkammer — jeweils mit eigenen Einfüll-, Ablass- und Prüfpunkten.
3. Ölwartung & sichere Schmierangaben
OrtPrüfpunktEmpfohlenes Öl / Maßnahme
Getriebe- / SynchronisationsgetriebekammerÖlstand, Farbe, Temperatur, ZahnradgeräuschISO VG 220 EP Getriebeöl für geschlossene Getriebe (ISO 6743-6, CKD) nutzen, sofern das Projektdatenblatt nichts anderes vorgibt. Öl nachfüllen oder ersetzen bei Mangel, Überhitzung oder Verunreinigung.
Zwischengeschaltete IsolierkammerÖlstand und Leckageanzeige15W-40 Dieselmotorenöl nutzen, sofern das Projektdatenblatt nichts anderes vorgibt. Ölstand halten und Dichtungen prüfen, wenn Medium an Indikatorabläufen erscheint.
Deckelkammer und AblaufwegeAblass-, Injektions- und IndikatorlöcherInjektionsloch (Indikatorablauf) offen und sauber halten. Unteres Ablassloch nach dem Ölbefüllen verschließen — nur der Indikatorablauf soll offen bleiben.

4. Checklisten Anfahrt & Betrieb

Diese Punkte vor dem Anfahren prüfen, um Trockenstart, Kavitation, Bindung und Druckspitzenrisiko zu mindern.

Checkliste vor dem Anfahren
  • ✓Ölstände von Getriebe und Isolierkammer bestätigen.
  • ✓Alle Rohrflansche und Gehäuseanschlüsse auf Dichtheit prüfen.
  • ✓Flansch- und Anschlussanzug vor Belastung der Pumpe auf Leckage prüfen.
  • ✓Alle Zubehörteile korrekt montiert bestätigen, inkl. Schutz, Spül- oder Reinigungseinrichtungen und Kupplungsschutz.
  • ✓Kupplung von Hand drehen, um Rotorbindung oder anormales Geräusch zu prüfen.
  • ✓Motordrehrichtung bestätigt der vorgesehenen Saug- und Druckleitung.
  • ✓Einlass- und Auslassarmaturen vor dem Start vollständig öffnen.
  • ✗Pumpe nicht gegen geschlossene Armaturen betreiben.
  • ✗Langen unbeaufsichtigten Trockenlauf nach dem Anfahren vermeiden, besonders bei flexiblen Schläuchen oder temporären Saugleitungen.
  • ✗Kupplung nicht erzwingen, wenn Handdrehung anhaltenden Widerstand trifft — Spaltmaße prüfen.

5. Überholung Hydraulikteil

Service am Hydraulikteil kann oft vor Ort erfolgen, wenn die Pumpe isoliert, gereinigt, drucklos und gesichert ist — der Zugang hängt weiterhin von Rohrfreiraum und Standortverfahren ab.

Die Überholung folgt einer festen Reihenfolge — jede Stufe hängt von der vorherigen ab:

  1. Frontdeckelausbau — isolieren, drucklos machen und Deckel abnehmen, um die Rotorkammer freizulegen.
  2. Rotorausbau — Hardware von der Welle entfernen, dann beide Rotoren mit dem speziellen Abziehwerkzeug ziehen.
  3. Dichtungs- & Buchsenservice — Gleitringdichtungen demontieren, Verschleißbuchsen ggf. ersetzen und axiale Rotoreinspannung vor dem Zusammenbau einstellen.

5.1 Frontdeckelausbau

Vor dem Frontdeckelausbau sicherstellen, dass die Pumpe vollständig isoliert und aller Restdruck abgebaut ist. Medium im Gehäuse kann unter Druck herausspritzen — vor dem Lösen der Schrauben Schild oder Abdecktuch um den Deckel verwenden.

YANESS-Frontdeckel der Drehkolbenpumpe mit Positionen der Abdrückschrauben und Befestigungslayout für sicheren Ausbau
Positionen der Frontdeckel-Abdrückschrauben — damit den Deckel nach dem Lösen der Befestigungen abdrücken.
Verfahren Frontdeckelausbau
  • 1Strom abschalten oder Antrieb trennen.
  • 2Einlass- und Auslassarmaturen vollständig schließen.
  • 3Alle Deckelschrauben halb lösen, dann Abdrückschrauben nutzen, um den Deckel vom Gehäuse zu lösen. Gesamtes Restmedium ablaufen lassen, bevor die Schrauben vollständig entfernt werden.
  • 4Ist das Gehäuse leer, Deckelschrauben vollständig entfernen und Deckel abheben.
  • ⚠Medium in der Pumpe kann unter Druck herausspritzen. Vor dem Lösen der Schrauben immer Schild oder Abdecktuch über die Deckelfläche legen.

5.2 Rotorausbau

Nach dem Frontdeckelausbau Rotoren in dieser Reihenfolge ausbauen. Welle vor dem Wiedereinbau schmieren. Einbau in umgekehrter Reihenfolge.

YANESS-Drehkolbenpumpe mit abgenommenem Frontdeckel, Rotorkammer freiliegend
Schritt 01

Deckel ab — Rotorkammer freiliegend

Stromabschaltung, Antriebssicherung und geschlossene Armaturen bestätigen. Alle ausgebauten Teile vor dem Fortfahren auf Schaden prüfen.

Runde Sicherungsmutter, Sicherungsblech, Wellendichtringhülse und dynamischen Dichtungssitz der Reihe nach von der Welle entfernen
Schritt 02

Sicherungsmutter, Sicherungsblech, Wellendichtringhülse & dynamischen Sitz entfernen

Runde Sicherungsmutter, Sicherungsblech, Wellendichtringhülse und dynamischen Dichtungssitz der Reihe nach von der Welle entfernen. Teile für die Inspektion ordnen.

Hydraulischen Abzieher mit Spezialwerkzeug verbinden und in das zentrale Rotorgewinde einschrauben
Schritt 03

Hydraulischen Abzieher mit Spezialwerkzeug verbinden

Hydraulikzylinder am speziellen YANESS-Rotorabziehwerkzeug befestigen und fest in das zentrale Rotorgewinde einschrauben.

Oberen Rotor mit Spezialabzieher von den Wellenverzahnungen ziehen
Schritt 04

Oberen Rotor herausziehen

Abziehwerkzeug langsam betätigen, um den oberen Rotor von den Wellenverzahnungen zu schieben. Rotorflächen oder Wellenenden nicht hämmern.

Leeres Pumpengehäuse nach Ausbau beider Rotoren
Schritt 05

Für unteren Rotor wiederholen

Dieselbe Methode für den unteren Rotor anwenden. Leeres Gehäuse reinigen und Verschleißbuchsen vor dem Zusammenbau auf Riefen oder Ausdünnung prüfen.

5.3 Demontage Gleitringdichtung

Nach dem Öffnen des Pumpendeckels teilt sich die Gleitringdichtung in zwei Baugruppen: statischer Ringsatz im Deckel und dynamischer Ringsatz auf der Rotorwelle. Das Ausbauverfahren umfasst äußere Dichtungen (nach Deckelausbau zugänglich) und innere Dichtungen (zuerst Rotorausbau erforderlich).

Hinweis: Die hier gezeigte äußere Gleitringdichtungsausführung gilt nur für Pumpen mit beidseitiger Lagerung. Ausführungen mit einseitiger Lagerung nutzen eine andere Dichtungsanordnung — vor dem Fortfahren die Pumpenspezifikation prüfen.

Überblick äußere Gleitringdichtung mit statischem Ringsatz im Deckel und dynamischem Ringsatz auf der Rotorwelle
Überblick

Statischer & dynamischer Ringsatz

Das ist die äußere Gleitringdichtungsausführung an Pumpen mit beidseitiger Lagerung. Bei offenem Deckel sitzt der statische Ringsatz im Pumpendeckel. Der dynamische Ringsatz sitzt auf der Rotorwelle. Dichtflächen und O-Ringe auf Verschleiß oder Schaden prüfen, bevor über Ersatz entschieden wird.

Demontage innere Dichtung — zuerst Rotorausbau erforderlich

Bausatz innere Gleitringdichtung: Passfedern, Dichtflächen und dynamische Sicherungsmutter
Bauteile

Überblick Bauteile innere Dichtung

Die Demontage der inneren Dichtung umfasst: Passfedern, Gleitringdichtungsflächen und die Sicherungsmutter des dynamischen Rings. Jedes Teil auf Riefen, Quellung oder thermischen Schaden prüfen.

Zwei parallele Passfedern aus den Wellenkeilnuten entfernen
Schritt 01

Zwei parallele Passfedern entfernen

Die beiden parallelen Flachfedern aus den Wellenkeilnuten schieben. So vermeiden scharfe Keilnutkanten Kratzer an Dichtungs-O-Ringen beim Ausbau.

Spezielles T-Werkzeug in das Pumpengehäuse einführen und Positionierstifte mit Schlitzen der dynamischen Dichtungssicherungsmutter ausrichten
Schritt 02

T-Werkzeug einführen & an Sicherungsmutter ausrichten

Das spezielle YANESS-T-Werkzeug in das Pumpengehäuse einführen. Positionierstifte des Werkzeugs präzise mit den Schlitzen der dynamischen Dichtungssicherungsmutter ausrichten.

Sicherungsmutter lösen und dynamischen Ringsatz von der Welle ziehen
Schritt 03

Dynamischen Ringsatz ausbauen

Mit dem T-Werkzeug die Sicherungsmutter gegen den Uhrzeigersinn lösen. Dynamischen Ring, Feder und Elastomer gleichmäßig von der Welle schieben.

Statischen Ringsatz und O-Ring aus dem Gehäusesitz ziehen
Schritt 04

Statischen Ringsatz ausbauen

Statischen Ring und O-Ring vorsichtig aus dem Gehäusesitz ziehen. Ablagerungen vom Gehäusesitz entfernen, bevor neue Bauteile eingesetzt werden.

Spezielles YANESS-T-Werkzeug für den Ausbau der inneren Gleitringdichtung
Werkzeug

Spezielles T-Werkzeug

Das spezielle YANESS-T-Werkzeug wird für die Demontage der inneren Dichtung empfohlen — es greift präzise in die Sicherungsmutterschlitze und mindert das Risiko, Dichtflächen oder Welle beim Ausbau zu beschädigen.

5.4 Verschleißbuchse & axiale Verschleißplatte

Starker Buchsenverschleiß mindert den Förderstrom und erhöht den Schlupf. Wo vorgesehen, nutzen YANESS-Aggregate zwei Buchsentypen: axiale Verschleißplatten (innen und außen) und radiale Buchsen (oben und unten).

Buchsen sind optionale Verschleißschutzmerkmale — nicht Standard auf allen Ausführungen. Pumpenspezifikation vor Bestellung von Ersatzteilen prüfen.

YANESS-Diagramm zu Positionen radialer und axialer Verschleißbuchsen der Drehkolbenpumpe
Überblick

Positionen radialer & axialer Buchsen

Radiale Buchsen schützen die obere und untere Gehäusebohrung. Axiale Verschleißplatten schützen die innere getriebeseitige Wand und die Pumpendeckelfläche. Beide Richtungen nach Rotorausbau getrennt prüfen.

Zwei radiale Buchsen nach Rotorausbau aus der Gehäusebohrung entfernen
Schritt 01

Radiale Buchsen entfernen

Nach Rotorausbau die beiden radialen Buchsenplatten aus der oberen und unteren Gehäusebohrung entfernen. Auf Riefen, Rillen oder Ausdünnung durch Sand oder abrasive Feststoffe prüfen.

Innere axiale Verschleißplatte von der getriebeseitigen Wand entfernen und ausgebaute Buchsenteile prüfen
Schritt 02

Innere axiale Verschleißplatte entfernen

Innere axiale Verschleißplatte von der getriebeseitigen Wand entfernen. Alle ausgebauten Buchsenteile vor Bestellung von Ersatzteilen zur Inspektion auslegen.

Axiale Verschleißplatte vom Pumpendeckel entfernen und Deckelsitz prüfen
Schritt 03

Axiale Verschleißplatte vom Deckel entfernen

Axiale Verschleißplatte vom Pumpendeckel entfernen. Deckelsitzfläche vor dem Einbau der neuen Platte prüfen. Alle Buchsen in umgekehrter Reihenfolge montieren und bündigen Sitz bestätigen, bevor Rotoren wiedereingebaut werden.

5.5 Axiale Rotoreinspannung & Dichtungsmutter-Einstellung

Zur Einstellung der axialen Rotoreinspannung müssen die Rotoren zuerst ausgebaut werden. Gleitringdichtungsmutter in der angezeigten Richtung jeweils 1/6 Umdrehung drehen, bis die Keilnut mit der Öffnung der Dichtungsmutter fluchtet. Nicht überdrehen und nicht über eine Nut hinaus zurückdrehen.

Pumpengehäuse ohne Rotoren, bereit für axiale Dichtungsmutter-Einstellung
Schritt 01

Beide Rotoren ausbauen

Die Einstellung der axialen Einspannung erfordert zuerst den Rotorausbau. Das Gehäuse ist ohne Mantel dargestellt — der Gehäuseausbau ist in der Praxis nicht erforderlich.

Zwei parallele Passfedern vor der Dichtungsmutter-Einstellung aus den Wellenkeilnuten entfernen
Schritt 02

Zwei parallele Passfedern entfernen

Die beiden parallelen Passfedern aus den Wellenkeilnuten entfernen, damit die Dichtungsmutter während der Einstellung frei drehen kann.

Referenz zur Keilnut-Ausrichtung für 1/6-Umdrehungs-Einstellung der Dichtungsmutter
Schritt 03

Dichtungsmutter in 1/6-Umdrehungs-Schritten drehen

Gleitringdichtungsmutter in der gezeigten Richtung jeweils 1/6 Umdrehung drehen, bis die Keilnut mit der Öffnung der Dichtungsmutter fluchtet. Nicht überdrehen und nicht über eine Nut hinaus zurückdrehen.

Spezielles Gleitringdichtungswerkzeug zur Einstellung der Dichtungsmutter verwenden
Schritt 04

Mit speziellem Dichtungswerkzeug einstellen

Spezielles Gleitringdichtungswerkzeug einsetzen und in der angezeigten Richtung (lösen oder anziehen) drehen, bis Keilnut und Mutteröffnung fluchten. Passfeder zum Sichern einsetzen.

5.6 Überholung Hydraulikteil — Video-Handbuch

Das Video führt die Überholung des Hydraulikteils als fortlaufende Referenz neben den schriftlichen Schritten: Deckelausbau, Rotorausbau, Dichtungsdemontage, Buchsenservice und axiale Einstellung.

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